Windkraft

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Sehr geehrte Mitglieder, Unterstützer, Förderer und Interessenten der Alternative für Deutschland Kreisverband Kassel Land.

Der Widerstand gegen die Windkraftpläne des Landes Hessen nimmt zu. Das zeigt die Zahl von Bürgern, die sich während der zweiten Offenlegung des Teilregionalplans Energie geäußert haben.

http://www.hna.de/kassel/kreis-kassel/32000-einsprueche-gegen-windkraft-5110561.html

In Deutschland dreht sich der Wind gegen die Windkraft:

Sturm auf die Windräder: Menschen in Deutschlands ländlichen Regionen erfahren die Energiewende nicht mehr als notwendiges nationales Projekt, sondern als zerstörerische Kraft. Der Widerstand wächst.

http://www.welt.de/wirtschaft/article157308299/In-Deutschland-dreht-sich-der-Wind-gegen-die-Windkraft.html

Der Kampf um die Windräder

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Der-Kampf-um-die-Windr%C3%A4der/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=36905676

Der Widerstand gegenüber Windkraftanlagen wächst und dies ist gut so. Eine bemerkenswerte Dokumentation lief am 01.08.2016 in der ARD, siehe Link zur ARD Mediathek. Was hat Deutschland mit der sogenannten Energiewende erreicht?  In den folgenden Texten habe ich die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen für unser Land zusammengefasst. Da das gesamte Thema Energie und die Zusammenhänge sehr komplex sind und nicht leicht zu verstehen sind möchte ich den Einstieg mit einer Beschreibung von Herrn Peter Heller beginnen. Herr Peter Heller (Jahrgang 1966) ist promovierter Astrophysiker. Nach Stationen in der Softwarebranche und der Raumfahrtindustrie arbeitet er heute als Strategieberater und analysiert technologische Trends.

Seine Erfahrungen im Spannungsfeld zwischen Politik und Innovation verarbeitet er in seiner Freizeit als Blogger, unter anderem bei der Achse des Guten und bei Novo Argumente.

Seit 2009 ist er einer der Hauptautoren von Science Skeptical.

Die gegenwärtige Energiepolitik will vor allem die fossilen Energieträger durch rigorose Einsparungen überflüssig machen, um den Ausstoß an Kohlendioxid zu senken. Der verbliebene Restbedarf soll dann weitgehend emissionsfrei bereitgestellt werden – ausgerechnet durch volatile Quellen. In der Energiewirtschaft werden Solar- und Windkraft als volatile Energieträger bezeichnet, da sie Energie je nach Tageszeit und Wetter liefern und nicht einfach planbar sind.  Das ist keine kluge Idee. Denn in einem Stromversorgungsnetz müssen sich Energiezufuhr und Energieentnahme stets ausgleichen.

Strom besteht nicht aus Elektronen, die durch Kabel fließen wie Wassermoleküle durch Rohre. Die Energie, die aus der Steckdose kommt, ist die eines elektrischen Feldes, das den Ladungsträgern in einem Verbraucher, in einer Spule, einem Widerstand, einem Kondensator oder sonst einem Bauelement, das Potential verleiht, Arbeit zu leisten.

Man stelle sich einen ungestörten Teich mit vollkommen glatter Oberfläche vor. In diesen werfe man einen Stein. Vom Punkt des Aufpralls aus werden sich Wellen ringförmig in alle Richtungen ausbreiten. Diese transportieren nur die Bewegungsenergie, die der Aufprall des Steins auf das Wasser übertragen hat. Die Wassermoleküle hingegen schwingen senkrecht zur sich ausbreitenden Welle, strömen aber nicht in Richtung Ufer.

Diese Bild kann als Analogie für ein Stromnetz dienen. Der Stein, der auf das Wasser prallt, entspricht dem Stromerzeuger. Nach einer Weile ebbt die Welle ab, die Wasseroberfläche liegt wieder ruhig und spiegelglatt da. Durch die Reibung der Wassermoleküle aneinander, mit dem Grund und dem Ufer, wurde die Energie der Welle aufgezehrt. Dies entspricht der Entnahme von Energie aus dem Stromnetz durch Verbraucher und Übertragungsverluste. Es ist ein weiterer Stein ins Wasser zu werfen, um wieder eine neue Welle (neue elektrische Energie) zu produzieren.

Nicht nur die technischen Systeme der Übertragungsnetze, sondern auch die verbrauchenden Geräte in Haushalten und Betrieben sind auf bestimmte Eigenschaften des erzeugten elektrischen Feldes angewiesen. Die Netzspannung („Wellenhöhe“) und die Netzfrequenz („Abstand zwischen zwei Wellenbergen“) müssen innerhalb kleiner Toleranzen überall und zu jeder Zeit konstante, fest definierte Werte aufweisen (230 Volt und 50 Hertz im deutschen Niederspannungsnetz). Sonst funktionieren elektrotechnische und elektronische Systeme nicht und werden möglicherweise sogar zerstört. Übersetzt in die Teich-Metapher darf die Wellenstruktur auf der Wasseroberfläche nur in engen Grenzen variieren. Dazu wären passende Steine in passenden Abständen mit passender Kraft auf den passenden Punkt zu werfen. Das könnte eine Maschine leisten, die aus einem Rohstoffvorrat die jeweils benötigten Steine erstellt,um diese dann zum richtigen Zeitpunkt in den Teich fallenzulassen. Ein Kraftwerk. Dessen Regelung aufgrund des schwankenden Verbrauches technisch durchaus nicht trivial ist. Es haben, stark vereinfacht ausgedrückt, mal größere Steine in kürzeren, mal kleinere in längeren Abständen auf die Teichoberfläche zu treffen. Das ist, was unser konventionelles Versorgungssystem leistet.

Durch die Energiewende werden mit dem Geld der Stromkunden Leute dafür bezahlt, völlig willkürlich völlig unterschiedliche Steine zusätzlich in den Teich zu werfen. Mal stehen diese Leute untätig am Ufer herum und schauen zu, wie fein abgestimmt Steine ins Wasser fallen, um das notwendige Wellenmuster zu erzeugen. Mal kippen diese Leute gleich eimerweise Steine hinzu, und bringen das ganze System aus dem Takt. Man kann noch nicht einmal vorhersagen, wann sie welches Verhalten an den Tag legen.

http://www.rolandtichy.de/autoren/peter-heller/

Windkraftanlagen: Was wurde bis dato aus ökonomischer und ökologischer Sicht erreicht?

1. Ökonomische Betrachtung

Strommix

Infografik „Strommix 2015: Stromerzeugung nach Energieträgern“ von Strom-Report.de

Der Anteil der sogenannten erneuerbaren Energien betrug im Jahre 2015 ca.30%, auf Windkraft entfielen 13,30%. Auf Photovoltaik 5,90% In Summe 19,20% .Im Jahr 2015 existierte eine installierte Leistung von 44.947.000 kwh = 44,9 Gigawatt (GW) Windkraft und 39,33GW Photovoltaik. In Summe 84,23GW. Der maximale Stromverbrauch an einem Tag in Deutschland liegt bei ca. 80GW.

Die installierte Leistung der Windkraft beträgt 44,9 GW die erbrachte Leistung 13,3% von 647 Mrd.kwh = 86,051 Mrd.kwh. Bei der installierten Leistung handelt es sich um eine maximal Angabe, die nur bei voller Auslastung erreicht werden kann. Das Jahr hat 8760 Stunden, bei voller Auslastung wären die Anlagen in der Lage 44,9GW x 8760 Stunden = 393.324GW Strom zu produzieren. Tatsächlich haben sie im Jahr 2015 86.051 GW Leistung erbracht, dies entspricht 21,87% der installierten Leistung. Von den 365 Tagen im Jahr 2015 haben diese 26.772 Anlagen an Land und 792 auf See nur an 80 Tagen die installierte Leistung erbracht, an 285 Tagen standen sie still.

Netzfrequenz und Netzspannung besitzen aus physikalischen Gründen geringe Schwankungstoleranz. Deshalb muss die Bilanz von Stromproduktion und Stromverbrauch zu jedem Zeitpunkt ausgeglichen sein.

Differenz

Anders als bei konventionellen Kraftwerken unterliegt die Stromerzeugung durch Windenergieanlagen jedoch starken Schwankungen. Dies hat zur Folge, dass die durch Wind erzeugte elektrische Energie selten der jeweiligen Nachfrage entspricht. Die Betreiber der deutschen Energieversorgungsnetze sind jedoch laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, jeglichen erneuerbar erzeugten Strom ins Netz aufzunehmen. Mit jeder neuen an das Netz angeschlossenen Anlage werden die Probleme größer.

Für die Versorgungssicherheit und die Stabilität der Stromnetze ist es zwingend erforderlich, eine konstante Spannung aufrechtzuerhalten. Diese Grundlast muss rund um die Uhr gedeckt sein. Der von Windkraftanlagen erzeugte Strom ist nicht grundlastfähig, er fällt nach dem Zufallsprinzip an und kann keine Versorgungssicherheit bieten. Die Windleistung wächst demnach mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Mit anderen Worten: Eine Verdopplung der Windgeschwindigkeit ergibt die achtfache Windleistung aber auch andersrum halbiert sich die Windgeschwindigkeit  fällt der Ertrag auf ein Achtel.

Um Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten, müssen die Übertragungsnetzbetreiber die hohen windbedingten Fluktuationen ausgleichen.

Aufgrund der statistischen Korrelation der Einspeisung werden auch noch mehr Anlagen daran nichts ändern. Solange es keine Speichermöglichkeit gibt, ist Windkraft-Strom prinzipiell nicht in der Lage, Strom aus Kohle- oder Kernkraftwerken zu ersetzen. Der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie kann nur durch Einsparung, Mehrerzeugung aus konventionellen Kraftwerken im Inland (Kohle, Gas) oder Importe (Kohle, Gas, Kernkraft) kompensiert werden.

Die Konsequenz ist, dass die umweltfreundlichsten leistungsfähigsten Gasdruckkraftwerke mit einem Wirkungsgrad von 60% nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Vollständiger Artikel: http://www.eike-klima-energie.eu/energie-anzeige/der-irrsinn-mit-irsching/

Die konventionellen Kraftwerke, also die Kernkraftwerke, die Kohlekraftwerke und die Gaskraftwerke müssen gedrosselt werde. Ihre Jahresproduktion wird vermindert, aber die Kosten für Abschreibungen, Personal und Wartung bleiben gleich hoch. Doch die Kosten je produzierter Kilowattstunde (kWh) nehmen zwangsläufig zu. Verzichten können wir auf die konventionellen Kraftwerke aber nicht. Sie müssen bereitstehen und einspringen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Die Kosten für die Bereitschaft der konventionellen Kraftwerke werden auf über 4 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

Bruttostromerzeugung

Die großen deutschen Energieversorger sind in einer deplorablen Situation. E.On und RWE haben 2015 den Wert ihrer herkömmlichen Kraftwerke insgesamt um 11 Mrd. € abgeschrieben (80% davon bei E.On), Beide Firmen schreiben rote Zahlen. Laut RWE-Chef Peter Terium verdient kein einziges Kraftwerk seine Kapitalkosten. Und sollten die heutigen Großhandelspreise von rund 2 Cent je Kilowattstunde Bestand haben, würden alle rote Zahlen schreiben.

Vor drei Jahren war der Strompreis noch mehr als doppelt so hoch gewesen. Hinter dem Preiszerfall steckt die (deutsche) Energiewende. Berlin gewährt Produzenten von Strom, der mit Solarzellen oder mit Windanlagen erzeugt wird, eine Einspeisevergütung und garantiert die Abnahme. Strom aus Wind und Sonne hat Grenzkosten von null. Im Großhandel für Elektrizität werden deshalb konventionelle Kraftwerke, die mit Kohle, Gas oder nuklearem Material betrieben werden, zunehmend verdrängt. Gleichzeitig hat der deutsche Konsument nichts von den rekordtiefen Großhandelspreisen. Weil auf ihn die hohen Einspeisevergütungen umgelegt werden, bezahlt er innerhalb der EU mit die höchsten Strompreise.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/das-grauen-der-deutschen-energiewende-1.18709484

Strompreis

„Bei der Energiewende haben Maßnahmen zur Abwehr eines Blackouts im vergangenen Jahr zu Rekordkosten von etwa einer Milliarde Euro geführt. Bezahlen müssen das die Verbraucher über steigende Netzentgelte, die Teil der Stromrechnung sind. „Die Anspannung im Netz steigt – und das schneller als erwartet“, sagte Tennet-Geschäftsführer Urban Keussen am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kosten für Maßnahmen, die das Stromnetz stabilisieren, haben bereits 2015 die Milliardengrenze geknackt.“ Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kampf-gegen-Stromnetz-Blackout-Rekordkosten-von-einer-Milliarde-Euro-3072872.html

Zukünftige Kosten des Netzausbaus sind derzeit schwer zu prognostizieren, sagt ganz offiziell die Bundesnetzagentur auf ihrer Homepage.

Die genauen Kosten des Ausbaus des Übertragungsnetzes sind derzeit schwer zu prognostizieren. Aus den Angaben der Netzbetreiber ergeben sich für die bestätigten Netzentwicklungspläne 2024 Summen von etwa 18 Milliarden Euro für den Netzausbau an Land und etwa 15 Milliarden Euro für den Offshore-Netzausbau. Darin enthalten sind allerdings noch keine Mehrkosten für eine mögliche Erdverkabelung an Land. Je nach den genauen Trassenverläufen können die tatsächlichen Summen mehr oder weniger stark von diesen Angaben abweichen.

Gezahlt werden die Kosten von den Verbrauchern über die Netzentgelte, die Teil des Strompreises sind. Dieser enthält aber auch noch andere Umlagen, Abgaben und Steuern sowie natürlich die Erzeugungskosten. Wie sich der Netzausbau auf den Strompreis auswirkt, lässt sich nicht genau vorhersagen.

http://www.netzausbau.de/SharedDocs/FAQs/DE/Allgemeines/05_Kosten.html

Entwicklung

Umweltminister Altmaier: „Energiewende könnte bis zu einer Billion Euro kosten“ http://www.faz.net/aktuell/politik/energiepolitik/umweltminister-altmaier-energiewende-koennte-bis-zu-einer-billion-euro-kosten-12086525.html

Strompreise

Entwicklung Strompreise

Die Zahl der Stromsperren ist demnach auf den höchsten Wert gestiegen, der je gemessen wurde. Im Jahr 2014 waren 351.798 Sperren verhängt worden, 2013 waren es rund 320.000, Tendenz steigend. Strom wird zum Luxusgut. Noch weit mehr Haushalte haben Probleme mit ihrer Stromrechnung. Nach Angaben der Bundesnetzagentur drohten Lieferanten ihren Kunden insgesamt 6,3 Millionen Mal, den Strom zu kappen.

Peter Schmidt, Präsident des deutschen Arbeitgeberverbands schreibt:

Auf der Basis von Kennzahlen aus einer Studie von Handelsblatt Research zeigt er auf, dass ein schleichender, aber stetiger Trend zur Demontage der Industrie in Deutschland besteht. Diese für den Bürger noch kaum merkliche Entwicklung der letzten 20 Jahre korreliert mit einer zunehmenden Geringschätzung von Forschung, Wissenschaft und Technik, die in unserer Gesellschaft gezielt erzeugt und unterstützt wird.

Die Folge dieses eindeutigen Trends, der als kleiner Bach scheinbar harmlos begann, wird sich in der nächsten Generation als Sturzflut mit kaum noch reparablen Erosionen fortsetzen. Natürlich sind es auch die Energiekosten, die dieses Land zu einem immer weniger attraktiven Standort machen. Energie aber ist nur ein Teil des großen Problems der verbreiteten Fortschrittsverdrossenheit.

„Wie aus einer aktuellen Studie des Handelsblatts Research Institute hervorgeht, veranlassen steigende Energiepreise, fehlende strategische Planungssicherheit und die weltweit höchsten Arbeitskosten immer mehr energieintensive Unternehmen in Deutschland ihren Investitionsschwerpunkt außerhalb Europas zu verlagern. So gingen die Nettoanlageinvestitionen dieser Unternehmen von +232 Millionen Euro im Jahr 2000 auf -1,7 Milliarden Euro im Jahr 2013 zurück.“

Der Anteil Windenergie am Primärenergieverbrauch in Deutschland beträgt 2,4% , Fotovoltaik 1,0%:

Primärenergieverbrauch

2. Ökologische Betrachtung

Die immer höheren Türme von Windkraftanlagen bestehen größtenteils aus Stahl oder Stahlbeton. In den Ringgeneratoren einer einzigen Anlage sind mehr als 100km Kupferdraht, d.h. zig Tonnen Kupfer verbaut. Das Fundament einer Drei-Megawatt-Anlage besteht ebenfalls aus rund dreieinhalbtausend Tonnen Stahlbeton. Die immer längeren Rotoren bestehen aus Aluminium und/oder Kohlefaserverbundkunststoffen.

Alle genannten Rohstoffe sind sehr energieintensiv in der Produktion.

Windkraftanlagen bestehen zu großen Teilen aus Stahl und anderen, nur unter hohem Energieverbrauch herzustellenden Materialien. Die riesigen Baukräne bedürfen mehrerer Schwertransporte. Der Aushub des Fundaments und der Transport des Betons benötigen hunderte von Lastwagenfahrten mit tausenden von Kilometern zurückgelegter Distanz.

Um einer einzigen Anlage vom Typ E-126 einen sicheren Stand zu ermöglichen, muss ein Fundament aus 1400m³ Kubikmetern Stahlbeton ins Erdreich gegossen werden.

Mit Ausnahme des Kupfers ist bei diesen Rohstoffe zwar keine physische Knappheit gegeben – gleichwohl bedingen die immensen Verbrauchssteigerungen, die ein massiver Ausbau von Windkraftanlagen mit sich bringt, gravierende ökologische Probleme und werfen geopolitische Fragen auf,  die im Rahmen der “Energiewende”-Euphorie vollkommen ausgeblendet werden.

Dieses Versäumnis der deutschen Politik haben französische Wissenschaftler mit einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Nature Geoscience Vol. 6, November 2013 nachgeholt. Ihre Berechnungen ergeben: Für die gleiche installierte Kapazität benötigen Windkraft- und Photovoltaikanlagen bis zu 15 Mal mehr Beton, bis zu 90 Mal mehr Eisen, Kupfer and Glas als konventionelle Kraftwerke.

Der Lebensraum Wald wird geopfert.

In vielen Bundesländern öffneten die Politiker dabei sogar geschlossene Waldgebiete für den Ausbau: In Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen dürfen Windkraftanlagen inzwischen mitten in Wäldern errichtet werden, sofern die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Selbst der Bund für Umwelt und Naturschutz gibt hier grünes Licht. Was auch der Mitbegründer Enoch zu Guttenberg kritisierte und den BUND verließ.

Bis in die Führung des Verbands werde die weitgehende Zerstörung der Landschaftsschutzgebiete und Naturparks durch Windkraft- und Photovoltaikanlagen nicht nur geduldet, sondern sogar unterstützt. „Wie verquickt die sind, ich weiß allein 20 Personen vom BUND, führende Persönlichkeiten in den jeweiligen Bundesländern, die gleichzeitig in der Windlobby angestellt sind und für die arbeiten.“ zürnte er. Der BUND wollte ihn für seine kritischen Äußerungen verklagen hat die Klage nach rechtlicher Prüfung jedoch zurückgezogen.

Windkraftanlagen töten massenweise Vögel. Naturschützer haben vor einer Aushöhlung des europäischen Artenschutzes zugunsten der Windkraftindustrie gewarnt. Anlass ist der Antrag des baden-württembergischen Energieversorgers EnBW beim Stuttgarter Regierungspräsidium, für ein Windkraftprojekt östlich von Stuttgart eine „artenschutzrechtliche Ausnahme“ für das Tötungsverbot des seltenen Greifvogels Rotmilan zu erhalten. Der Antrag liegt der „Welt am Sonntag“ vor.

http://www.welt.de/wirtschaft/article157777132/Naturschuetzer-kaempfen-fuer-Rotmilan-gegen-Windkraft.html

Der rasante und großflächige Ausbau von Windkraftanlagen in Deutschland stellt auch für Fledermäuse eine tödliche Gefahr dar. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierstiftung geht davon aus, dass pro Jahr 200.000 Tiere durch deutsche Windkraftanlagen getötet werden.

Ganze Populationen und Arten sind in ihrer Existenz bedroht. Die häufigste Todesursache ist das Barotrauma – ein qualvoller Tod, bei dem den Tieren die Lungen platzen. Schuld sind die durch Windkraftanlagen veränderten Luftdrücke.

Gesundheitliche Risiken für den Mensch.

Unter Infraschall versteht man Schall, dessen Frequenz unterhalb von etwa 16–20 Hz, also unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegt. Das menschliche Ohr ist für Infraschall nahezu unempfindlich. https://de.wikipedia.org/wiki/Infraschall

Tinnitus, Nasenbluten, Schlafstörungen

Nur ganz wenige Menschen können den tieffrequenten Schall wahrnehmen, zum Beispiel durch ein sehr leises Summen. Infraschall entsteht zum Beispiel an Autobahnen, an Flughäfen und eben auch an Windrädern, die zu Hunderten um das Haus von Kuno Veit stehen. Die Wirkung auf die Gesundheit von Menschen ist umstritten. Immer mehr Menschen berichten davon, dass sie einen Tinnitus, Nasenbluten oder Schlafstörungen haben, es gebe sogar ein so genanntes „Wind Turbinen Syndrom“. Die letzte große Studie zum Thema wurde 2007 von einer Expertenkommission veröffentlicht.

„Infraschall kann Körperteile in Mitschwingung bringen“

Kuno Veit erklärt: „Da heißt es, dass Infraschall im Körper durch Resonanzprobleme zu Störungen führt. Das heißt, diese niedrigen Schwingungen, die der Infraschall darstellt, können Körperteile in Mitschwingung bringen. Und das ist das, was den Infraschall gefährlich macht.“ Infraschall kann den Gleichgewichtssinn stören, Bluthochdruck erzeugen und laut EU-Arbeitsschutz dürfen schwangere Frauen nicht im Bereich von Infraschall arbeiten.

http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Infraschall-bei-Windraedern-Sorge-um-Gesundheit,infraschall100.html

Bürgerforum Energieland Hessen (2015): Faktenpapier Windenergie und Infraschall, im Entwurf. Die Kommentierungsphase ist abgeschlossen. Folgender Kommentar befindet sich auf Seite 21:

„Es besteht Forschungsbedarf zur gesundheitlichen Relevanz von Infraschall, insbesondere mit Blick auf den vorbeugenden Gesundheitsschutz.“

Fazit.

Ein weiter so kann nicht funktionieren.

Die Verspargelung der Landschaft durch mehr als 26.500 Windkraftanlagen, die Vögel und Fledermäuse töten, ist kein Umweltschutz. Auch die Verspiegelung der Landschaft durch Solarkollektoren und die Monokulturen von Mais fördern nicht den Artenschutz. Dazu kann kein einziges konventionelles Kraftwerk eingespart werden. Sie müssen einspringen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Trotz dieser Umweltbelastung sollen die Windkraftanlagen noch verdreifacht werden. Seit dem Start der Energiewende hat sich der Strompreis verdoppelt. Und der Strompreis steigt weiter. Blackouts lassen sich nur noch mit Mühe und immer höheren Kosten vermeiden.

Stand des Ausbaus nach dem Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) zum ersten Quartal 2016: Laut Bericht müssten insgesamt 6100 Kilometer an neuen Stromleitungen gezogen werden. Das entspricht ungefähr der Strecke zwischen Frankfurt und New York. Von den Behörden genehmigt sind derzeit aber nur 350 Kilometer, also etwa die Distanz zwischen Frankfurt und Hannover. Und tatsächlich gebaut wurden im ersten Quartal 2016 gerade mal sechs Kilometer. Das reichte nicht einmal vom Frankfurter Hauptbahnhof bis zum Flughafen.

Ökostrom ist im Mittel viermal teurer als Strom aus konventionellen Kraftwerken. Die Hoffnung, durch Verbesserung der Technik wesentliche Kosteneinsparungen zu erreichen, ist eine Utopie. Die Technik ist weitgehend ausgereizt. Ohne die hohe Einspeisevergütung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) ist der Betrieb von Ökostromanlagen unwirtschaftlich. Ohne Vorrangeinspeisung ist der wetterwendische Ökostrom nicht absetzbar. Der Ausgleich der starken Schwankungen ist viel zu aufwendig. Ökostrom wird heute über die Börse zu Dumpingpreisen bis hin zu Zuzahlungen bei Überproduktion entsorgt.

Die Energiewende führt stattdessen zu immer größeren Ärger mit unseren Nachbarländern. Polen, Belgien und auch Frankreich schotten sich gegen die Überflutung mit deutschem Ökostrom durch Sperren an der Grenze ab, weil sie ihr Netz stabil halten wollen. Die Dumpingpreise an den Strombörsen bringen die Stromerzeuger in der Schweiz und selbst in Frankreich in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Europäische Union wird durch die Energiewende geschwächt.

Speicherung von Überschussstrom ist kurzfristig bis mittelfristig nicht wirtschaftlich möglich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gibt heute(05.04.2016)die vier ausgewählten „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ bekannt. In diesen Projekten werden über einen Zeitraum von zehn Jahren gemeinsam von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft technologische und wirtschaftliche Lösungen für den Umbau des Energiesystems entwickelt. Mit dem Start der Kopernikus-Projekte geht die größte Forschungsinitiative zur Energiewende in vier Schlüsselbereichen in die Umsetzung: Der Entwicklung von Stromnetzen, der Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger, der Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung und dem verbesserten Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems.

Die EEG-Umlage ist eine Umverteilung von unten nach oben. Sie ist ein Entzug von Kaufkraft für den größten Teil der deutschen Bevölkerung zugunsten der Ökostromprofiteure. Zu der EEG-Umlage in Höhe von derzeit 25 Milliarden Euro im Jahr kommt nach Prüfungen des Bundesrechnungshofes noch einmal die gleiche Summe für Verwaltungen in den verschiedenen Ministerien von Bund und Ländern, sowie in Städten und Gemeinden zur Durchsetzung und Verwaltung der Energiewende hinzu. Statistisch wird jeder Bundesbürger derzeit schon mit mehr als 600 Euro im Jahr mit der Energiewende belastet. Dieses Geld fehlt an Kaufkraft und in der Folge als Gewerbesteuer in den Städten und Gemeinden. Der Lebensstandard wird immer geringer.

Die hohen und weiter steigenden Strompreise vertreiben immer mehr Industriebetriebe in Länder mit günstigen und berechenbaren Energiepreisen. Dies wird ersichtlich an den geringen Reinvestitionen in Deutschland seit zwölf Jahren, dem Beginn der Energiewende. Die Arbeitsplätze der Ökostromindustrie sind durch die EEG-Umlage hoch subventioniert. Die Subventionen pro Arbeitsplatz sind weit höher als sie im deutschen Steinkohlenbergbau waren.

Als die Schildbürger bemerkten, dass sie beim Bau ihres neuen Rathauses die Fenster vergessen hatten, kamen sie bekanntlich auf die Idee, das Sonnenlicht in Eimern hineinzutragen.

Mit alternativen Grüßen, 

Hermann Schaab

Kreistag Abgeordneter

Ausschuss Umwelt- und Verbraucherschutz Abfallwirtschaft und Energie

Beisitzer im Vorstand

Alternative für Deutschland

Landkreis Kassel

 

Infografiken von Strom-Report.de